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  •     Orchester- und Kammerwerke

            Heute würden wir Bach "ein Mann-Orchester" nennen. Er konnte hervorragend viele Instrumente spielen, kannte sich mit ihnen aus und auf eine wunderbare Weise setzte sie in seinen Kompositionen ein. Die Instrumentalmusik Bachs besteht vor allem aus den Kompositionen, die er als Kapellenmeister in Köthen geschrieben hat. Diese Musik ist fröhlich, ermüdet nicht, man kann sagen, es ist Unterhaltungsmusik. Im Gegensatz zu anderen Gattungen, die Bach pflegte, ist diese Musik einfach zu hören ... doch nicht einfach zu spielen.

            Bach hatte 1717 in Köthen, und dann in Leipzig mit Orchester zu tun, wo er von 1729 bis 1737 und noch mal ab 1739 für zwei Jahre die Leitung des von Telemann gegründeten Collegium musicum übernahm. In dieser Zeit entstanden die meisten Kompositionen für diese instrumentale Besetzung.

            Der Begriff "Orchester" meint für die Bachzeit eher ein größeres Musikensemble und nicht eines jener philharmonischen Orchester, wie sie sich im 19. Jh. entwickelten. Gleichwohl haben auch diese Orchester zur Rezeption bachscher Musik bis auf den heutigen Tag wichtige Dienste geleistet.

            In Köthen entstand die Sammlung der sechs Brandenburgischen Konzerte. In diesen Konzerten eben zeigt sich Bachs Neigung zum Experimentieren. In jedem der Konzerte erprobt Bach eine andere Instrumentalbesetzung und erreicht geradezu bizarre Effekte.

            Die ebenso bekannten Orchestersuiten (BWV 1066-1069) entstanden in Leipzig. Ihre Entstehung bereits in Köthen lässt sich weder beweisen, noch widerlegen. Die Suiten orientieren sich eher an der französischen Mode, an stilisierten Tanzsätzen. Die früheste der Suiten (BWV 1066) dürfte um 1725 entstanden sein, die späteste h-Moll-Suite (BWV 1067) mit virtuos eingesetzten Partie der Traversflöte um 1739. Es ist gleichzeitig das späteste Orchesterwerk Bachs überhaupt.

            Schließlich gehören in diese Gattung die Solokonzerte. Diese Konzerte entstanden in den 1730-er Jahren durch Umarbeitung und Transposition früherer eigener Kompositionen, z.B. Konzerte für Oboe d'amore (BWV 1055) oder Violine (BWV 1054 aus 1042, 1057 aus 1049 und 1058 aus 1041). Bildet das 5. Brandenburgische Konzert gleichsam den Anstoß, sich mit der Gattung "Musik für obligates Tasteninstrument und Instrumente" zu beschäftigen, können Bachs Cembalokonzerte als Prototyp des Klavierkonzerts gelten, wie es über seine Söhne in die Wiener Klassik tradiert wurde.



            Er entblößt die menschliche Natur, um ihre göttliche Attribute zu zeigen; den alltäglichen Dingen verleiht er einen spirituellen Reiz; dem, was flüchtig ist, verleiht er die Flügel der Ewigkeit; die göttlichen Dinge macht er menschlich, und die menschlichen göttlich - so ist eben Bach, der größte und reinste Moment in der Musik aller Zeiten

    Pablo Casals, spanischer Violoncellist und Kompositor (1876-1973)




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